Acetylsalizylsäure (ASS) - Praxis Dr. Nicolai Schreck

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Acetylsalizylsäure (ASS)

Arzneimittel
Die Wirkungen von ASS sind von der Tagesdosis abhängig:

  • Hohe Dosiereungen wie z.B. 1000mg als Kurzinfusion werden gegen Migräne eingesetzt.
  • Am bekanntesten ist wohl die Anwendung als Schmerz- und Erkältungsmittel in Dosiereungen von 300-500mg bis zu dreimal täglich.
  • Zur "Blutverdünnung" bei erhöhtem Risiko für Gefäßverschlüsse durch Arteriosklerose und dadurch erhöhtem Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko wird in europäischen Ländern ASS 100mg einmal täglich von allen medizinischen Leitlinien empfohlen und viele von Ihnen werden es auch so "als Schutz" von Ihrem Arzt verordnet bekommen.
    In angloamerikanischen Ländern werden zur "Blutverdünnung" traditionell niedriger Dosierungen (30 - 50mg täglich) eingesetzt.

Ich empfehle dringend, die Dosis von 50mg täglich nicht zu überschreiten!

Die Gründe hierfür erkennt man nur, wenn man sich mit der dosisabhängigen Wirkung der ASS auf biochemischer Ebene etwas näher beschäftigt (was die meisten Kollegen hierzulande offensichtlich nicht tun, obwohl sie es fleißig verordnen) und wenn einem auffällt, daß viele Patienten hierzulande trotz "ASS100-Schutz" einen (erneuten) Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen.- ganz entgegen den tollen Studien aus Amerika.

Der Hintergrund ist folgender: In Dosierungen über 50mg hemmt ASS einen körpereigenen Schutzfaktor der Gefäßwände, das Prostazyklin (PGI2). In Studien konnte bisher überzeugend gezeigt werden, daß Dosierungen von 30mg pro Tag das Prostazyklin nicht hemmen, aber die Hemmwirkung auf die Blutgerinnung ("Blutverdünnung") die gleiche ist wie unter höheren Dosierungen. Mir erscheint es grotesk, einen Gefäßverschluß durch ein Mittel verhindern zu wollen, das den Selbstschutz der Gefäßwände vor "Verkalkung" zerstört.

Hinzu kommt, daß ASS-Dosierungen über 50mg viele Schutzfaktoren in der Magenschleimhaut stören und die Resorption von Vitamin-B12 vermindern. Das führt dann zu den nicht seltenen Magengeschwüren unter ASS-Einnahme und zu einem schleichenden Mangel an Vitamin-B12 mit allen daraus entstehenden Folgeerkrankungen.

Das Risiko für Magenblutungen unter der so weit verbreiteten Einnahme von ASS100 eröffnete der Pharmaindustrie eine geniale neue Einnahmequelle in Milliardenhöhe: Zum ASS sollte man einen Säureblocker als "Magenschutz" nehmen! - Damit wird aber nicht nur eine für die Verdauung unerläßliche Funktion unterdrückt, sondern der Mangel an vielen Vitaminen und Mineralstoffen verursacht - natürlich auch ein noch rascheres Absinken der Vit.B12-Spiegel.

In Dosierungen unter 50mg und unter Zugabe von Vitamin C als Magenschleimhautschutz sind keine negativen Wirkungen auf die Magenschleimhaut zu erwarten.

Die einzig sinnvolle Empfehlung zum Schutz vor Gefäßverschlüssen ohne Nebenwirkungen lautet daher:

30 bis max 50mg ASS einmal tägich zusammen mit Vitamin C einnehmen

Noch besser wäre es natürlich, nach den Ursachen für das erhöhte Gefäßrisiko zu suchen und diese zu behandeln!

letzte Aktualisierung: 20.05.2018
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Dr. Nicolai Schreck ist Experte für die Eingriffe Injektions-Lipolyse, Faltenbehandlung (Hyaluronsäure), Revitalisierung, kosmet. Akupunktur und biostimulative Laser auf dem Portal Estheticon.de.
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